Die Abschlusserklärung der COP30 in Belém stärkt Anpassungsfinanzierung, Klimagerechtigkeit und Waldschutz. Doch beim Ausstieg aus fossilen Energien bleibt das „Belém Package“ überraschend vage. Hier sind die Ergebnisse verständlich erklärt.

Nach zwei intensiven Wochen ist die COP30 in Belém zu Ende gegangen. Die Abschlusserklärung – oft „Belém Package“ genannt – enthält wichtige Fortschritte, aber auch überraschende Lücken. Vor allem beim Thema fossile Energien blieb der ganz grosse Durchbruch aus. Gleichzeitig wurden Anpassung, Klimagerechtigkeit und der Schutz der Regenwälder so deutlich gestärkt wie selten zuvor.

Hier sind die wichtigsten Punkte – einfach erklärt.

1. Mehr Geld für Klimaanpassung

Weltweit spüren Länder die Folgen der Erderwärmung immer stärker: Dürren, Überschwemmungen, Stürme, Ernteausfälle. Besonders betroffen sind die ärmsten Staaten.

Die Länder haben sich deshalb darauf verständigt:

  • Die Finanzierung für Anpassung soll bis 2035 etwa verdreifacht werden.

  • Neue Messgrössen und Indikatoren sollen klarer zeigen, ob Länder tatsächlich widerstandsfähiger werden – etwa beim Schutz vor Extremwetter, im Gesundheitswesen oder in der Landwirtschaft.

Damit rückt die Frage in den Vordergrund: Wie schützen wir Menschen jetzt – nicht erst in 20 Jahren?

Belém – Gesamtansicht der Abschlusssitzung der 30. Konferenz der Vertragsparteien (COP30). Foto: Antonio Scorza/COP30

2. Fossile Energien: keine klare Ausstiegsstrategie

Viele hatten gehofft, dass Belém ein starkes Signal gegen Kohle, Öl und Gas sendet – doch das ist nicht passiert.

  • Ein verbindlicher Fahrplan zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen wurde gestrichen.

  • Einige Staaten blockierten klare Formulierungen, weshalb nur ein allgemeiner Hinweis auf den „Übergang zu sauberen Energiesystemen“ übrig blieb.

Als Kompromiss kündigte die COP30-Präsidentschaft aber zwei neue Roadmaps an:

  1. Eine Roadmap für den Übergang weg von fossilen Brennstoffen
  2. Eine Roadmap für das Ende der Entwaldung

Beide sollen bis zur COP31 weiterentwickelt und konkretisiert werden.

3. Klimagerechtigkeit & „Just Transition“

Ein Bereich, in dem Belém besonders weit ging, ist das Thema soziale Gerechtigkeit:

  • Ein neuer Mechanismus („Belém Mechanism for Just Global Transition“) soll Länder und Arbeitskräfte unterstützen, die besonders abhängig von fossilen Industrien sind – etwa Kohle- oder Ölregionen.

  • Eine weitere Erklärung rückt Hunger, Armut und den Schutz vulnerabler Gruppen stärker in die Klimapolitik.

Damit sagt die Weltgemeinschaft: Klimaschutz darf niemanden zurücklassen.

Eichhörnchenaffe auf einem Ast im grünen Amazonas-Regenwald<br />
Foto: Cavan – stock.adobe.com

4. Wälder & ein neuer globaler Regenwaldfonds

Da die COP diesmal im Amazonasgebiet stattfand, war der Waldschutz ein zentrales Thema – und hier gab es tatsächlich grosse Fortschritte:

  • Länder bekannten sich erneut zum Ziel, die Entwaldung bis 2030 zu stoppen.

  • Es wurden neue Finanzierungspläne für Waldschutz präsentiert.

  • Besonders wichtig: Der neue globale Fonds Tropical Forests Forever Facility (TFFF) soll langfristig Milliarden mobilisieren, um Länder für den Erhalt ihrer Regenwälder zu belohnen.

Mehrere Staaten – die Schweiz ist vorerst nicht dabei – sagten bereits nennenswerte Beiträge zu.

Für Apalife ist dieses Thema besonders relevant, denn der Schutz des Amazonas ist direkt mit unserer täglichen Arbeit verbunden.

5. Technologietransfer & neue Umsetzungspakete

Damit Klimaschutz schneller wirkt, wurde ein neues Technology Implementation Program (TIP) gestartet.

Das Ziel: Klimatechnologien – etwa zu nachhaltiger Energie, Agrarinnovation oder Frühwarnsystemen – schneller in Entwicklungsländern nutzbar machen.

Zusätzlich wurden weitere Initiativen lanciert, die die Umsetzung beschleunigen sollen:

  • Belém Mission to 1.5°C

  • Ein Global Implementation Accelerator

  • Sektorale Programme zu Energie, Waldschutz und Finanzierung

Damit will die Weltgemeinschaft zeigen: Es gibt genug Ideen – jetzt müssen sie auch funktionieren.

COP30 Belém Amazonas Bilanz der Aktionsagenda. Foto: Rafa Neddermeyer/COP30 Brasil Amazonas/PR

Fazit: Fortschritte ja – aber der Mut zum grossen Schritt fehlt

Die COP30 hat wichtige Impulse gesetzt:

  • Mehr Geld,

  • mehr soziale Gerechtigkeit,

  • bessere Unterstützung für verwundbare Länder,

  • stärkere Initiativen für Wälder und Technologien.

Aber beim Kernproblem – dem raschen Ausstieg aus fossilen Energien – blieb die Weltgemeinschaft hinter den Erwartungen zurück.
Belém war damit ein realistischer, aber kein historischer Durchbruch.

Für Organisationen wie Apalife bleibt entscheidend: Werden die vielen Ankündigungen jetzt in konkrete Projekte umgesetzt – und erreichen sie wirklich die Menschen im Amazonasgebiet?

Wir bleiben dran und informieren weiter über die nächsten Schritte nach der COP30.


Quellen: COP30 / Carbon Brief / UN Climate Change – redaktionell bearbeitet durch Apalife.

FAQ zur COP30-Abschlusserklärung

Was wurde an der COP30 in Belém beschlossen?

Die Staaten einigten sich auf mehr Finanzierung für Anpassung, stärkere Klimagerechtigkeit, neue Waldschutzprogramme und mehrere Umsetzungspakete. Beim Ausstieg aus fossilen Energien blieben die Beschlüsse jedoch unverbindlich.

Warum ist die Anpassungsfinanzierung wichtig?

Viele Länder leiden bereits heute stark unter Klimafolgen wie Dürren oder Überschwemmungen. Die Mittel zur Anpassung sollen bis 2035 etwa verdreifacht werden, um besonders verletzliche Staaten besser zu schützen.

Gab es Fortschritte beim fossilen Ausstieg?

Ein verbindlicher Fahrplan wurde nicht beschlossen. Stattdessen kündigte die COP30-Präsidentschaft zwei freiwillige Roadmaps an, die bis zur COP31 weiterentwickelt werden sollen.

Welche Rolle spielen Wälder und der Amazonas?

Die COP30 stärkte den Waldschutz deutlich. Ein neuer globaler Fonds soll Regenwaldländer belohnen, wenn sie Wälder erhalten. Ziel ist es, die Entwaldung bis 2030 zu stoppen.

Was bedeutet die COP30 für soziale Gerechtigkeit?

Ein neues Paket für „Just Transition“ soll Länder und Arbeitskräfte unterstützen, die besonders von fossilen Industrien oder Klimafolgen betroffen sind.