Ein weisser Riese im Rückzug. Am 21. März feiern wir den zweiten offiziellen Weltgletschertag. Während wir in der Schweiz stolz auf unser «Wasserschloss» blicken, zeigen die neuesten Daten von GLAMOS: Die Zeit drängt.

Der Status Quo: Was sagen die Experten von GLAMOS?

Die Schweiz ist das Land mit dem meisten Gletschereis in den Alpen. Doch laut dem Schweizer Gletschermessnetz (GLAMOS) ist die Lage ernst:

  • Das Ende der «Kleinen»: Viele kleine Gletscher wie der Pizol- oder der Basòdino-Gletscher sind bereits so stark zerfallen, dass sie kaum noch als aktive Gletscher gelten.
  • Massiver Schwund: Allein in den zwei Jahren (2022/2023) verloren die Schweizer Gletscher rund 10 % ihres verbleibenden Volumens.
  • Schneearmut & Hitze: Die Kombination aus schneearmen Wintern und extrem heissen Sommern (Staub aus der Sahara auf dem Eis beschleunigt das Schmelzen) setzt den Gletschern massiv zu.

Wusstest du das? 3 Fakten zum Staunen (und Nachdenken)

  • Der Gigant: Der Grosse Aletschgletscher ist so riesig, dass man theoretisch jedem Menschen auf der Erde jeden Tag einen Liter Wasser daraus geben könnte – und das für über 4 Jahre. Doch auch er zieht sich jährlich um ca. 50 Meter zurück.
  • Archiv des Klimas: Gletscher sind wie Geschichtsbücher. Im ewigen Eis sind Luftblasen von vor Tausenden von Jahren eingeschlossen, die uns genau sagen, wie die Atmosphäre damals zusammengesetzt war.
  • Gefahr von oben: Durch das Schmelzen entstehen neue Gletscherseen. Das klingt idyllisch, birgt aber die Gefahr von Flutwellen, wenn natürliche Dämme brechen.
Historischer Stich des Finsteraarhorn-Gletschers in den Berner Alpen. Foto: acrogame - stock.adobe.com

Weltgletschertag in der Schweiz: Wo man 2026 dabei ist

Am 21. März finden schweizweit Aktionen statt, um auf die Bedeutung der Kryosphäre aufmerksam zu machen:

  • Zürich: Die ETH-Bibliothek öffnet ihre Türen für die Ausstellung «Entgletscherung» – inklusive VR-Brillen, mit denen man den Schwund zeitrafferartig erleben kann.
  • Wallis: Auf dem Jungfraujoch und am Aletsch finden Fachvorträge statt, die zeigen, wie sich unsere Wasserressourcen in den nächsten 50 Jahren verändern werden.
Gletscherspalte auf dem Aletschgletscher. Foto: u.perreten - stock.adobe.com

Fazit: Jeder Zentimeter zählt

Gletscher sind nicht nur schöne Postkartenmotive, sie sind unsere Lebensversicherung für trockene Sommer. Der Weltgletschertag erinnert uns daran, dass wir die Alpen, wie wir sie kennen, nur durch konsequenten Klimaschutz bewahren können.

Teste dein Gletscher-Wissen!

Wir haben ein Quiz vorbereitet, mit zehn Fragen kannst du dein Wissen über die Schweizer Gletscher testen:

Aletschgletscher Foto: Ivo - stock.adobe.com

Apalife-Einordnung: Von den Alpengipfeln bis zum Amazonas

Bei Apalife wissen wir: Das Klima kennt keine Grenzen. Wenn das «Wasserschloss» der Alpen schmilzt, gerät ein globales Gleichgewicht ins Wanken, das bis in das Amazonasbecken spürbar ist.

  • Vernetzte Ökosysteme: Während die Gletscher unsere sommerlichen Flüsse speisen, reguliert der Regenwald in Coari durch die «fliegenden Flüsse» (Evapotranspiration) die Niederschläge – auch weit über Südamerika hinaus.
  • Globale Verantwortung: Der Schutz der Gletscher in der Schweiz und der Erhalt des Regenwaldes in Coari sind zwei Seiten derselben Medaille. Es geht darum, Lebensräume zu bewahren, bevor sie unwiederbringlich verloren gehen.

Der Erhalt unserer Weltnaturwunder beginnt mit dem Bewusstsein, dass das Schmelzen in den Alpen und die Abholzung im Amazonas denselben Ursprung haben – und wir nur durch gemeinsames Handeln die Kurve kriegen.


Quellen: GLAMOS, ETH-Bibliothek, div. Veranstaltungen

Fotos: ryszard filipowicz, Josef, u.perreten, acrogame, Ivostock.adobe.com