Am 21. März 2025 wurde erstmals der UN-Welttag der Gletscher begangen. Ein Datum, das uns daran erinnert, wie dramatisch der Klimawandel die „ewigen“ Eisriesen unserer Erde bedroht. Besonders sichtbar ist das in der Schweiz: Das sogenannte „Wasserschloss Europas“ verliert Jahr für Jahr an Kraft.

Der Aletschgletscher – Symbol im Wandel

Der größte Gletscher der Alpen, der Aletschgletscher, steht sinnbildlich für diesen Wandel. Glaziologen schätzen, dass allein in den letzten 25 Jahren rund 38 Prozent des Eisvolumens in der Schweiz verloren gingen. Der Aletsch allein büßte in wenigen Jahren ein ganzes Kubikkilometer Eis ein – ein Würfel von einem Kilometer Kantenlänge.

Die Folgen betreffen nicht nur die Bergwelt: Gletscher speisen Flüsse wie Rhein und Rhône, sichern Trinkwasser für Millionen Menschen und liefern Energie durch Wasserkraft. Schmelzen sie, spüren es auch Industrie und Landwirtschaft in Mitteleuropa – bis hin zu Niedrigwasser im Rhein und steigenden Transport- und Energiekosten.

Vom gefürchteten zum ersehnten Gletscher

Doch der Blick auf den Aletschgletscher zeigt noch eine andere Dimension: die kulturelle. In der „kleinen Eiszeit“ (14. bis 19. Jahrhundert) wuchs er bedrohlich nahe an Dörfer, Weiden und Häuser heran. Die Menschen fürchteten ihn und baten 1678 bei Papst Innozenz XIII. um Hilfe. Dieser genehmigte eine jährliche Prozession am 31. Juli, initiiert vom damaligen Pfarrer Johann Josef Volken – als Schutzritual gegen den „Eisstrom“.

„Die Gletscher sind sehr wichtig. Eis ist Wasser und Wasser ist Leben.“ – Herbert Volken

Mehr als 300 Jahre später hat sich die Perspektive völlig verändert: Heute ist es der Rückzug des Gletschers, der Angst macht. Herbert Volken, Bergführer und Nachfahre des damaligen Pfarrers, wandelte das Ritual um. Mit Zustimmung von Papst Benedikt XVI. betet die Gemeinde in Fiesch seit 2009 nicht mehr gegen, sondern für den Erhalt des Gletschers.

Hoffnung statt Resignation

Die Vereinten Nationen haben 2025 zum „Internationalen Jahr der Erhaltung der Gletscher“ erklärt. Forschende betonen, dass es trotz düsterer Prognosen noch Handlungsspielräume gibt: Wenn die Erderwärmung auf etwa zwei Grad begrenzt wird, könnte immerhin ein Viertel des alpinen Eises erhalten bleiben.

Apalife-Perspektive

Für uns bei Apalife ist der Welttag der Gletscher ein eindringlicher Hinweis: Klimaschutz ist nicht irgendwann, sondern jetzt. Der Aletschgletscher zeigt uns, wie eng Natur, Kultur und Zukunftssicherung zusammenhängen. Mit unseren Projekten im Amazonas setzen wir uns dafür ein, dass lebenswichtige Ökosysteme erhalten bleiben – egal ob Eis in den Alpen oder Regenwald am Äquator.

👉 Gemeinsam können wir verhindern, dass das Eis – und mit ihm unsere Zukunft – schmilzt.